Oberbürgermeister Jürgen Kessing hat in der Haushaltssitzung des Gemeinderats in der Kelter seine erneute Kandidatur angekündigt und damit den OB-Wahlkampf eröffnet.

Es scheint allerdings so, als fände dieser gar nicht statt. Denn der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Claus Stöckle, ließ die Gelegenheit „am Tag des Gemeinderates“ anzugreifen und die Stimmung für einen etwaigen Gegenkandidaten vorzubereiten ungenutzt. Seine Rede, mit Lobpreisungen auf die seitherige Arbeit des amtierenden SPD OB’s, war ein Kuschelkurs.

Meinem Empfinden nach, dauerte dieser Wahlkampf allerdings bereits acht lange Jahre. Und es wäre für die Arbeit des Gemeinderats nur förderlich, wenn sein Ende nun tatsächlich gekommen wäre. Die CDU könnte sich von ihrer bemerkenswerten Art der Oppositionspolitik verabschieden und ihren verzweifelten Kampf um Wählerstimmen aufgeben. Die SPD müsste nicht mehr alles abnicken und könnte ihrerseits kritische Fragen stellen, wie bei dem obskuren Hickhack um den Hotelbau an der Löchgauer Strasse. Die GAL könnte weiterhin sachorientierte Umweltpolitik machen und müsste beweisen, ob sie in einer heraufziehenden Krise auch Wirtschaft kann. Der FDP fällt vielleicht noch was anderes ein als Kleist zu zitieren und Tunnel zu bauen. Uns Freien Wähler fiele es einfacher, dass zu tun, für was wir originär stehen – KOMUNALPOLITIK!

In den Haushaltsreden wurde die Fraktion der Freien Wähler von allen relevanten Fraktionen mit Aufmerksamkeit bedacht. Ein gemeinsamer Antrag mit der CDU zur Ballsporthalle, Streetworker und Schulsozialarbeit mit den Sozies und die GAL lobte unseren grünen Anstrich beim Bauen. Das kann man als politische Beliebigkeit interpretieren. Weit gefehlt.Wir machen weder Bundespolitik noch Landespolitik. Und schon gar keine Parteipolitik. Die Freien Wähler stehen für – KOMMUNALPOLITIK, sachorientiert, bürgernah.

Wenn einem SPD Oberbürgermeister attestiert wird, er könnte auch ein Konservativer sein, ist das gut für seine Wiederwahl und für uns Freien Wähler „wurscht“ – so lange er seine Sache gut macht.

Übrigens ist jeder weitere Kandidat für den Chefsessel unserer Stadt willkommen, denn das ist Demokratie. Und diese lebt davon, eine Wahl zu haben.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen doch noch einen Wahlkampf, fairen W~, und Ihnen erstmal eine besinnliche Weihnachtszeit.

Ihr
Stephan Muck



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