In den Jahren 1950-60 hießen die Menschen, die hier mit einem ausländischen Pass arbeiteten, Fremdarbeiter, danach Gastarbeiter, ausländische Mitbürger, Ausländer und seit ca. 10 Jahren „Menschen mit Migrationshintergrund“. Diese Bezeichnung finde ich persönlich der deutschen Sprache unwürdig. Als in den 60er Jahren Tausende von Bürgern aus den südeuropäischen Ländern angeworben wurden und hier arbeiteten gab es zufriedene Menschen, sowohl bei den Arbeitgebern als auch bei den Arbeitnehmern. Ein Teil dieser Gastarbeiter kehrte nach einigen Jahren in die Heimat zurück. Ein größerer Teil blieb hier und hat sich ohne Gesetze mehr oder weniger gut eingelebt. Die Zahl der Kinder der 3. Generation ist der Beweis dafür.

Folgende Punkte sind für die Integration wichtig: 1. Arbeitsplatz mit unbefristeter Arbeitserlaubnis, 2. Sprachkenntnisse, die man im Laufe der Zeit erwirbt, 3. Der Beruf, ganz gleich in welchem Bereich und 4. ein sog. Doppelpass. Dieser Doppelpass ist sehr hilfreich, da er Probleme abschafft und dem Besitzer Gewissenskonflikte erspart, weil der Verzicht auf den Pass des Heimatlandes sehr emotional ist. In den letzten 10 Jahren versucht man die Integration per Gesetz zu erleichtern und zu beschleunigen. Es gibt ein Bundesamt für Migration, Migrationsbeauftragten in jeder größeren Stadt und seit neuestem ein Migrations Ministerium mit Frau Bilkay Önay als Ministerin in BA-WÜ.

Zu den Personen mit Migrationshintergrund zählen die hier lebenden Ausländer, die Spätaussiedler – warum diese Gruppe dazu zählt leuchtet mir nicht ein – die Eingebürgerte und deren Kinder und Kinder ausländischer Eltern, die hier bei der Geburt zusätzlich die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten haben.Im Bundesdurchschnitt sind 19% der Gesamtbevölkerung Migranten, in BA-WÜ 26%, in der Region Stuttgart 32% und in der Stadt Stuttgart 38%( nur in Frankfurt 43% und Augsburg 39%). 2/3 dieser Menschen sind Zugewanderte und für diese Gruppe ist die Integration am wichtigsten. Eine bessere und evtl. schnellere Integration kann erreicht werden durch: gezielten Sprachunterricht, qualifizierten Schulabschluss, gute Berufsausbildung und einen Doppelpass. Die jungen Ausländer werden auch die Fachkräfte der Zukunft sein, wenn man sie fördert und fordert. Wegen ihrer persönlichen Erfahrungen ist Ministerin, Frau Önay, prädestiniert vielen von diesen jungen Menschen eine gute Schul-und Berufsausbildung zu ermöglichen.

Dr. Wassilios Amanatidis



 


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