Die Oberbürgermeisterwahl verlief ohne jede größere Überraschung und Aufregung.

Wie erwartet wurde der einzige Kandidat, der bisherige amtierende OB, Jürgen Kessing, mit überwältigender Mehrheit im Amt bestätigt.

Etwas enttäuschend war dann doch die extrem niedrige Wahlbeteiligung von 25%. Kessing bekam 96% der gültigen Stimmen. Die anderen 4% fielen vor allem auf politisch aktive oder ehemals politisch aktive Personen der Stadt. Aufgrund dieser Wahlbeteiligung könnte man das Ergebnis als wenig aufschlussreich für die Beurteilung der Arbeit von OB Jürgen Kessing abhaken.

Dennoch wirft es auf bestimmte Bereiche des politischen Lebens in der Stadt ein klares Licht.

Die Bürger sind nur dann zur politischen Teilhabe zu bewegen, wenn ein Thema sie räumlich oder persönlich direkt betrifft und sie das Gefühl haben, dass ihre Stimme auch wirklich etwas bewirkt. In der gegebenen Konstellation war vor allem letzteres nicht gegeben. Das Ergebnis stand bei nur einem Kandidat praktisch schon vorher fest. Allerdings müssen sich die Bürger auch darüber im Klaren sein, dass bei allem Rufen nach mehr direkter Beteiligung bei politischen Entscheidungen, es eben nicht die Aufgabe von Politikern sein kann, „den Hund zum Jagen zu tragen“.

Also, nicht nur schimpfen und meckern, sondern dann sollte es auch möglich sein ein-, zweimal im Jahr den Sonntagsspaziergang in Richtung Wahllokal zu lenken.

Das „Dilemma“ einer einseitigen Wahl haben wir natürlich vor allem der erfolgreichen Arbeit von Jürgen Kessing zu verdanken. Er hat sich weder politisch noch persönlich etwas zu Schulden kommen lassen. Im Gegenteil, er hat die erfolgreiche Arbeit seiner Vorgänger fortgesetzt und ist den Anforderungen einer neuen Zeit vollauf gerecht geworden. Insbesondere ist es ihm sehr gut gelungen, nicht in die Fettnäpfchen zu treten, die ihm die Opposition in den Weg gestellt hatte.

Irgendwann kurz vor der OB-Wahl gingen dann auch die Fettnäpfchen aus.

Es wurden Lobeshymnen auf das „Rote Rathaus“ angestimmt und die Kapitulation durch die Nichtaufstellung eines Gegenkandidaten vollends öffentlich. Peinlich!

Desweiteren war es auch die letzte Gelegenheit der Verwaltungsspitze deutlich zu machen, was man von der neuen Eissporthalle hält. Denn es war maßgeblich Jürgen Kessing, der dieses Projekt an- und weitergeschoben hat. Sie scheint angenommen zu sein. Und ob das alles genauso richtig war, wie man sich das gedacht hat, wird man bei so einem Projekt vermutlich erst in Jahrzehnten erschöpfend beurteilen können. Deswegen vorerst mal Respekt vor dem Mut und der Gestaltungskraft des Oberbürgermeisters. Da hatte mal einer eine Vision!

Für uns Freie Wähler ändert sich nun zunächst nicht viel. Wir werden weiterhin kritisch und konstruktiv die Arbeit der Verwaltung begleiten. Wir haben den Bau von Jugendhaus und Kinderhaus unterstützt, genauso wie die Planung „Pauluskirche-Areal“. Alles Projekte von Jürgen Kessing. Wir würden gerne mehr schnelle, kleine Erleichterungen bei der Verkehrsproblematik sehen, ohne grundsätzlich ganz neue Lösungen aus den Augen zu verlieren, wie von den Grünen angemahnt. Und das können sicherlich keine Umgehungstrassen oder Tunnel sein. Der demographische Wandel sollte stärker in der täglichen politischen Arbeit verankert sein. Erste Schritte zu einer nachhaltigen Entwicklung sind gemacht.

Dies sind nur beispielhaft einige Themen angesprochen, die in den letzten acht Jahren während Kessings erster Amtszeit den Gemeinderat beschäftigt haben und ebenso Themen, die uns während seiner zweiten Amtszeit beschäftigen werden.

Zu wünschen wäre uns allen, dass der so viel beschworene „Bietigheimer Weg“, nicht so oft verlassen wird, wie das in der Vergangenheit geschenen ist!



 


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