Lacerta agilis – auch Zauneidechse genannt – hat in unserer Gemeinde inzwischen einige Berühmtheit erlangt. Schillernd grün erobert Sie die Spalten der Bietigheimer, Bönnigheimer, Sachsenheimer Zeitung. Füllt E-Mail-Postfächer und Seiten von Vorlagen der Stadtverwaltung an die Damen und Herren Gemeinderäte.

Stephan Muck

Stephan Muck

Ganz im Gegenteil zu ihrem Pendant am Himmelszelt. „Die Eidechse ist ein unscheinbares Sternbild. Sie besteht aus einer Kette lichtschwacher Sterne, von denen nur einer heller als die 4. Größenklasse ist.“ Dagegen kommt Lacerta agilis alles andere als unscheinbar daher. Man könnte fast meinen, sie wolle dem ollen Pandabär vom WWF Konkurrenz machen und die Bühnen der Weltöffentlichkeit erobern.

Doch um was geht es tatsächlich? Es geht darum, die letzten grünen Inseln in unseren Städten und unberührte Natur auf Feld und Flur zu erhalten. Dass der Flächenverbrauch so nicht weitergehen kann wie in den letzten Jahrzehnten ist sehr vielen Menschen inzwischen klar. Gerade kürzlich wurde dieser Sachverhalt abermals und sehr deutlich von Landrat Dr. Reiner Haas ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Dies ist auch ausdrückliches politisches Ziel der Freien Wähler Bietigheim-Bissingen.

Auf der anderen Seite spüren wir alle noch den altbekannten Druck, Arbeitsplätze durch Gewerbeansiedlung und Wohnraum durch Wohnbebauung zu schaffen. Hier einen Ausgleich zu finden, ist in unserer dicht besiedelten und immer noch an Einwohner wachsenden Region extrem schwierig.

Wir Freien Wähler stehen zu dem Schlagwort „Innenverdichtung vor Außenansiedlung“. Deshalb sehen wir in dem doch sehr umstrittenen Vorhandensein, beziehungsweise laut Gutachten und amtlich bestätigtem eben Nichtvorhandensein von Lacerta agilis auf der Industriebrache des ehemaligen Güterbahnhofs kein Hinderungsgrund, diese wieder einer Bebauung zuzuführen.

Es macht viel mehr Sinn, sich energisch gegen weitere Industriegebiete, wie zum Beispiel Richtung Tamm (in Untersuchung) und Eichwald Süd (in Planung) ins Zeug zu legen. Denn der ehemalige Güterbahnhof wird wohl nur mit viel Mühe ein ökologischer Hotspot werden. Die Flächenversiegelung dutzender Hektar Land wiegt da viel schwerer. Und diese ist sicherlich leichter zu verhindern mit dem Hinweis auf die Möglichkeiten, die sich aus der Bebauung am Güterbahnhof für Handel, Gewerbe und Wohnbau ergeben, anstatt diese auch dort verhindern zu wollen.



 


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