Aufgrund eines Antrages der Freien Wähler-Fraktion aus dem Jahre 2008 wurde 2012 in Bietigheim-Bissingen die Mobile Jugendarbeit eingeführt, zunächst mit 1,5 befristeten Stellen für „Streetworker“. Die schon in kurzer Zeit sich abzeichnenden positiven Auswirkungen waren nun Anlass, diesen Bereich der Jugendarbeit ab dem 1. Februar 2014 mit zwei vollen unbefristeten Stellen auszustatten.

Zielgruppe, dieser auch „aufsuchend“ genannten Sozialarbeit, sind laut Jahresbericht „Das Netz“ – Jugendförderung Bietigheim-Bissingen, Jugendliche, die sich aus unserer Gesellschaft ausgegrenzt haben oder wurden. Je nach Sichtweise. Häusliche Gewalt, Drogen, fehlender Schul- oder Ausbildungsplatz, Arbeitslosigkeit und Straffälligkeit sind die Grundthemen, die diese Jugendlichen mit sich bringen.

Bisher reagierte die Gesellschaft vornehmlich mit strafrechtlichen Maßnahmen, unter personellem und finanziellem Aufwand bei Polizei und Gerichtsbarkeit. Das problematische Verhalten dieser Jugendlichen wurde weniger als Hilferuf, denn als Aggression verstanden. Das Thema „Prävention“ hinten angestellt.

Mit der Mobilen Jugendarbeit wurde nun einer von vielen Schritten unternommen, andere Wege zu gehen. Jungen Menschen soll geholfen werden, nicht im Kreislauf von Problem-Aggression – noch mehr Probleme – noch mehr Aggression stecken zu bleiben. Jugendliche werden nun erreicht, individuelle Hilfen können in Anspruch genommen werden. Bis hin zur Vermittlung von Praktika- und Ausbildungsplätzen.

Auch in anderen Bereichen wurden schon erhebliche Fortschritte erzielt. Nach übereinstimmenden Berichten der Polizeibehörden ergab sich im letzten Jahr ein signifikanter Rückgang an Gewaltdelikten im Jugendbereich. Und zwar speziell in Bietigheim-Bissingen im Vergleich mit anderen Gemeinden. Einhellig wurde das im Zusammenhang mit der Mobilen Jugendarbeit, den Streetworkern, bescheinigt.

Sehr erfreulich in der Jugendausschusssitzung war die fraktionsübergreifende Anerkennung dieser Berichte. Es ist wichtig, dass die Hilfe für Jugendliche im breiten Konsens der Gesellschaft auch weiterhin Unterstützung findet, dass die Hilferufe weiterhin gehört werden. Straßenarbeit lohnt sich – für alle!



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