Bei der letzten Gemeinderatssitzung ging es unter anderem auch um die geplante Ansiedlung eines Dienstleistungszentrums im Eichwald auf einer Fläche von 7,5 Hektar. Das Projekt hat im Bietigheim-Bissinger Gemeinderat Zustimmung gefunden und wird wohl die Süderweiterung des Gewerbegebietes ins Rollen bringen.

Recht genau konnte man die unterschiedlichen Ansichten über diese Erweiterung am Abstimmungsverhalten der einzelnen Fraktionen ablesen. CDU, SPD und FDP stimmten zu, Freie Wähler (sechs von sieben Stimmen) und Grünen setzten andere Prioritäten.

Die altbekannten Argumente wurden ausgetauscht. Hier wirtschaftliche Entwicklung, Arbeitsplätze, Gewerbesteuer. Auf der anderen Seite standen Flächenverbrauch vermeiden, Umweltbelange und Lebensqualität.

Sicherlich hat keine Seite gegen die Argumente der anderen an sich etwas einzuwenden. Der Unterschied liegt lediglich in der Gewichtung. Was ist es mir in der heutigen Zeit wert, was muss ich hergeben und was bekomme ich dafür.

Und es ist auch völlig klar, dass eine tragende Säule unserer glänzend ausgestatteten Infrastruktur die Gewerbesteuer ist und dass die vielen Unternehmen in unserer Region diese zu unserer aller Wohl erwirtschaften. Deswegen war die Belehrung eines Fraktionsvorsitzenden der Befürworter an die Freien Wähler sicherlich genauso platt wie überflüssig: „Die Gewerbesteuer fällt nicht wie Manna vom Himmel!“.

Jede/r Einwohner/in hat wohl für sich das persönlich Empfinden zu einem persönlichen Zeitpunkt, es reicht, das Boot ist voll. Noch mehr Verkehr erzeugen, wobei schon für die jetzigen Probleme keine Lösung in Sicht ist. Noch mehr Arbeitsplätze schaffen auf der grünen Wiese. Das zieht noch mehr Menschen an, für die man noch mehr Wohnraum schaffen muss. Der ist jetzt schon knapp und extrem teuer und es hat fast keine Flächen mehr, die man bebauen könnte.

Denn eines ist auch allen klar: Die Ressource Land ist absolut endlich. Spätestens wenn der letzte Acker bebaut ist, ist endgültig Schluss. Und dann wird neues Ackerland eben auch nicht „wie Manna vom Himmel fallen“. Und vielleicht haben wir dann die schönsten Schulen, die tollste Kultur und sogar noch eine Ballsporthalle obendrauf, alles bezahlt. Aber vielleicht wollen wir dann auch nicht mehr hier wohnen. Und merken dann, dass wir die Gewerbesteuer nicht essen können!



Keine Events eingetragen