Die Baustelle auf der Mühlwiesenbrücke führt uns allen wieder einmal die Verkehrsproblematik drastisch vor Augen. Die Hauptschlagader des innerstädtischen Verkehrs wird durch eine Baustelle verengt. Es gibt keinen Bypass, auf dem man das Ganze umfahren, umschiffen könnte.

Stephan Muck

Stephan Muck

Die Baustelle auf der Mühlwiesenbrücke führt uns allen wieder einmal die Verkehrsproblematik drastisch vor Augen. Die Hauptschlagader des innerstädtischen Verkehrs wird durch eine Baustelle verengt. Es gibt keinen Bypass, auf dem man das Ganze umfahren, umschiffen könnte. Der Platz schafft für noch mehr Verkehr.

Zum einen weil potenzielle Trassen schon vor Jahrzehnten zugebaut wurden. Zum anderen wegen der ungünstigen Topografie unserer Region. Umgehungsstraßen sind ohne aufwendige Brücken und Untertunnelungen praktisch nicht machbar. Immerhin haben wir diesen Gegebenheiten auch eines der Wahrzeichen unserer Stadt, den Viadukt, zu verdanken.

Allerdings wäre es vermutlich so, dass wenn es diese Umfahrungen bereits gäbe, sie eben auch schon voll wären mit Verkehr. Denn Straßen ziehen sich ihren eigenen Verkehr heran. Dennoch werden die Stimmen lauter, extrem teure Projekte in Angriff zu nehmen. Verkehrt! Wie ich meine.

Was in der ganzen Betrachtung zu wenig Berücksichtigung findet, ist die Tatsache, dass wir uns in Bietigheim-Bissingen seit der Nachkriegszeit von ländlichen Strukturen immer rasanter zu großstadtähnlichen Verhältnissen entwickeln. Allerdings passen wir unsere Fortbewegungskultur dieser Tatsache nur sehr schleppend an.

In München beispielsweise käme kaum jemand auf die Idee, abends für einen Innenstadtbesuch das Auto zu nehmen. Man würde zwar sehr unproblematisch seinen Zielort erreichen, allerdings fände man keine Parkmöglichkeit vor. Bei uns ist es genau umgekehrt. Man kann zwar oftmals recht unproblematisch parken (zudem sehr günstig für zehn Cent die Stunde), allerdings wird die Fahrt dorthin doch zum Erschwernis, so dass man es vermeidet, zu bestimmten Tageszeiten die B 27 zu nutzen.

In München allerdings, so wenn man den ÖPNV nutzte, käme man eigentlich auch nicht auf die Idee, auf die Uhr zu schauen. Denn die Tram kommt sowieso demnächst. Und kosten tuts jetzt auch nicht so richtig. Bei uns kostets richtig (Stuttgart hin und zurück, zwei Personen um die 20 Euro), und auf Verdacht eine halbe Stunde auf dem Bahngleis warten, ist nicht fröhlich.

Wir werden in der Region noch immer mehr Menschen werden. Und wir werden uns bewegen. Darum sollten wir unser Geld in den ÖPNV investieren und nicht in Straßenbauprojekten vergraben. Denn, verkehrt ist nur, wer Verkehrtes tut.



 


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