Zu lange haben Nichtmediziner in der Gesundheitsökonomie Entscheidungen getroffen, die sich oft als falsch erwiesen haben. Es ist daher höchste Zeit, dass sich auch die Mediziner stärker engagieren, um der immer stärker werdenden Ökonomisierung Einhalt zu gebieten. Der Patient wurde leider zu einer Ware degradiert. Patient und Arzt müssen bestimmen, wie zu behandeln ist, und nicht derjenige, der den Arzt und Patienten managt.

Es ist so weit gekommen, dass ein Abteilungsleiter bestimmen kann, welche Medikamente der Arzt aufschreiben darf. Auch die KVen (Kassenärztlichen Vereinigungen) schränken die Zahl und Art der Untersuchungen immer mehr ein.

Dr. Wassilios Amanatidis

Dr. Wassilios Amanatidis

Andererseits ist auch bekannt, dass die Mittel im Gesundheitswesen knapper geworden sind. Daher muss darüber diskutiert werden, wie diese Mittel patientengerecht verteilt werden. Es ist teilweise eine enorme finanzielle Belastung für viele Patienten, welche auf Medikamente angewiesen sind. In der Vergangenheit haben die professionellen Kräfte im Gesundheitswesen – Krankenschwestern, Ärzte und alle anderen medizinischen Berufe – durch enorme Arbeitsverdichtung die gesundheitliche Versorgung vor dem Kollaps bewahrt.

Neben der ständig teurer werdenden ambulanten Versorgung hat sich parallel dazu die finanzielle Situation vieler Krankenhäuser dramatisch verschlechtert. Über 50 Prozent der Kliniken schreiben rote Zahlen. Dazu gehören leider auch unsere im Kreis Ludwigsburg.

Durch die Kompetenz des neuen medizinischen Geschäftsführers, Herr Prof. Dr. Jörg Martin, und seiner Mitarbeiter ist eine Verbesserung der Finanzlage in Sicht. Unsere Kliniken sind mit Ärzten, Krankenschwestern und medizinischer Technologie gut bis sehr gut ausgerüstet. Herr Prof. Martin hat bei seiner Antrittsrede im Juni 2013 zuerst als Mediziner und dann als Ökonom gesprochen, indem er unter anderem folgende Sätze sagte: Die Ökonomie muss der Medizin folgen und die Zahl des Pflegepersonals wird nicht reduziert. Dem ist nichts hinzuzufügen.

 



 


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