Es ist so weit: In der kommenden Gemeinderatssitzung stehen die Entscheidungen an über die Ausweitungen der Gewerbegebiete im Osten vor Ingersheim im Gewerbepark Bietigheimer Weg und im Süden unserer Stadt bei Tamm als Erweiterung des Zweckverbands „Gemeinsames Industrie- und Gewerbegebiet Laiern“.

Erst vor kurzem hat der Gemeinderat der Süderweiterung des Gewerbegebiets Eichwald zugestimmt. Die Mehrheit der Freien Wähler Bietigheim-Bissingens hat bereits dieser Erweiterung ihr Ja verweigert. Die meisten von uns hielten dies zum jetzigen Zeitpunkt für verfrüht und die Vergabe eines erheblichen Teils der Fläche an ein sogenanntes Dienstleistungszentrum für falsch.

Nun sollen innerhalb kurzer Zeit zwei zusätzliche Erweiterungen realisiert werden. Die Region Stuttgart hat dem bereits zugestimmt, jetzt sind die jeweils beteiligten Gemeinderäte am Zug. Teilweise wurde bereits abgestimmt, im Bietigheim-Bissinger Gemeinderat steht dies am kommenden Dienstag an.

Diese Entscheidung wird unter anderem von unserem Oberbürgermeister Jürgen Kessing so gesehen: „Hat unsere Stadt eine Zukunft oder nicht?“ Wir Freien Wähler denken da anders: Zu entscheiden ist: „Wie geht es in puncto Überbauung von freier Landschaft, Wohnungsbau, vor allem auch bezahlbarem Wohnraum, und Verkehrsentwicklung in Bietigheim-Bissingen weiter?“

Die meisten von uns sehen vor allem die Erweiterung im Süden von Bissingen sehr kritisch und lehnen diese ab. Der Eingriff in die freie Landschaft und die dortigen landwirtschaftlichen Flächen in dieser massiven Form erscheint uns nicht vertretbar. Das höhere Verkehrsaufkommen wäre selbst nach den geplanten Verbesserungen auf der Südumgehung vermutlich enorm, zumal ja auch die künftige Biogutvergärungsanlage nun über diese Straße angefahren werden soll, was wir übrigens ausdrücklich begrüßen.

Sollten beide Erweiterungen der Gewerbegebiete beschlossen werden, so wird dies auch verstärkten weiteren Wohnungsbau nach sich ziehen und damit, bei aller Innenverdichtung, über kurz oder lang die Ausdehnung der Stadt an den dafür bereits vorgehaltenen Flächen. Deutlich mehr Wohnbevölkerung bedeutet wiederum deutlich mehr Verkehr und so weiter.

Wir entscheiden am Dienstag tatsächlich über die Zukunft unserer Stadt, aber nicht ob sie eine Zukunft hat, sondern welche.



 


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